Auf Freunde ist Verlass

Ist Verlässlichkeit auch für junge Menschen wichtig? Niklas Sobotka von der Pfarrbriefredaktion sprach darüber mit Thea A. (20), Eliora A. (18) und Joschka K. (16). Alle drei gehören zum Severiner Messdiener*innenteam.

Niklas Sobotka: Joschka, wenn du auf deinen Alltag schaust, gibt es da für dich Dinge, die selbstverständlich sind und unhinterfragt Gültigkeit besitzen?

Joschka: Naja, also erstmal würde ich ganz logische Sachen sagen, wie Schule, Essen, Trinken, einfach so der normale Tagesablauf.

Thea, Eliora, was schätzt ihr an den Menschen, denen ihr im Alltag begegnet, die für euch verlässlich sind?

Thea: Was ich als verlässlich bezeichne ist, dass jemand sich regelmäßig meldet. Eine andere Art von Verlässlichkeit zeigte sich für mich vor einer Klausur: Da habe ich den Leuten Bescheid gesagt, und da hat eine Freundin für mich noch ein Audio geschickt und hat für mich gebetet und mir gesagt: Hey, ich bete für dich! Und das ist für mich irgendwie so ein Zeichen von Zuverlässigkeit: Da ist jemand, der für mich betet, und ich habe Leute, die für mich da sind in Situationen, in denen es mir nicht gut geht.

Eliora: Ja, ich würde daran anschließen. Nicht nur in den Höhepunkten da zu sein als Freunde, sondern auch in den Tiefpunkten für jemanden da zu sein. Das ist für mich Verlässlichkeit.

Joschka: Bezogen auf Verlässlichkeit im Alltag: Ich habe viele gute Freunde in meiner Parallelklasse, und wenn ich dann in der ersten Pause rausgehe und die sehe, ist das sehr schön. Das ist für mich immer ein sehr verlässlicher Moment, an dem ich Freude habe.

Zu wissen, was einen erwartet, gibt Sicherheit. Eliora, du möchtest noch etwas zu Zuverlässigkeit im Umgang miteinander sagen?

Eliora: Ja, für mich ist auch wichtig, sein Wort zu halten, also, wenn man etwas sagt, wie o.k., wir treffen uns morgen, dann treffen wir uns auch morgen. Wenn die Person sagt, ja, ich komme und sie kommt nicht, fühlt man sich sozusagen auch von ihr verlassen.

Thea, du kamst eben auf Gott zu sprechen: Inwieweit spielt der Glaube für dich, für euch da eine Rolle? Was ist für euch am Glauben verlässlich?

Thea: Für mich am Glauben ist verlässlich, dass ich weiß, dass Jesus immer da ist. Also in jeder Situation, ich kann Gott anrufen und er ist da. Natürlich, ich habe Menschen, auf die ich mich verlassen kann. Aber, ich würde wirklich sagen, dass es eigentlich keine Person gibt, die immer da ist, wenn man es braucht, die immer zuverlässig ist. Gott ist immer da.

Wer oder was gibt euch Mut, positiv in die Zukunft zu blicken?

Joschka: Ich würde zuallererst meine Familie nennen, auf die ich mich verlassen kann. Freunde natürlich auch. Irgendwie auch das Klavierspielen, das bei mir für Verlässlichkeit steht. Wenn ich einen schlechten Tag hatte und nach Hause komme, kann ich mich ans Klavier setzen und dann ist alles egal. Ich spiele einfach und es ist schön.

Das klingt wie ein Ritual?

Joschka: Auf jeden Fall. Ja.

Rituale sind das eine – welche Werte sind für euch wichtig, die in Beziehungen Bestand haben sollten und Kraft für den Blick in die Zukunft geben?

Joschka: Gegenseitiger Respekt, dass man, egal, mit wem man redet, sich einfach mit Respekt begegnet und jedem Menschen eine gewisse Freundlichkeit, Liebe entgegenbringt.

Thea: Bei mir ist es Transparenz. Also, Liebe auch. Aber auch Transparenz. Das ist wirklich das A und O, dass man miteinander kommuniziert und einfach sagt, hey, jetzt passt es mir oder jetzt passt es mir nicht. Oder auch kommuniziert, hey, hast du irgendwie noch Lust, ist da irgendwie noch eine Freundschaft da oder ist sie nicht da? Dass man das wirklich einfach kommuniziert. Und da einfach ehrlich ist.

Joschka: Da würde ich mich anschließen. Für mich ist es keine richtige Freundschaft, wenn man nicht sagen kann, was einen stört. Weil, wenn die Sache nicht wichtig genug ist, um sie zu sagen, finde ich, ist es auch nicht so eine enge Freundschaft.

Eliora: Ich würde auch sagen: die Liebe, denn ohne Liebe kann auch Freundschaft nicht halten. Und durch Liebe kann man auch offen sein und die andere Person respektieren.

Wie zeigt sich für dich Liebe in der Freundschaft?

Eliora: Dass man, auch wenn man zum Beispiel keine Lust hat grade mit der Person Zeit zu verbringen, mit ihr Zeit verbringt, dass es eine Entscheidung ist, die Person zu lieben, auch wenn wir uns streiten.

Ich danke für Eure Zeit und für Eure Offenheit und freue mich, wenn wir uns wieder in und um St. Severin begegnen.

 

Im Gespräch über 'Verlässlichkeit': Thea, Joschka, Niklas Sobotka und Eliora (v. l. n. r.). (c) SilviaBins

Im Gespräch über 'Verlässlichkeit': Thea, Joschka, Niklas Sobotka und Eliora (v. l. n. r.).