Für die Mädchen gibt es in der GOT ein besonders verlässliches Angebot – den Mädchentag: Jeden Mittwoch von 16.00 bis 20.00 Uhr ist die GOT ausschließlich für Mädchen zwischen 6 und 21 Jahren geöffnet. Gerade weil Jugendzentren häufig von Jungen dominiert werden, ist ein eigener, geschützter Tag für viele Mädchen ein wichtiger Zugang. Besonders im Grundschulalter ist der Mädchentag oft der erste Schritt in die offene Kinder- und Jugendarbeit. Sie können die Räume in ihrem Tempo kennenlernen, sich ausprobieren und Vertrauen aufbauen – begleitet von einem verlässlichen Team weiblicher Fachkräfte.
Viele Ideen entstehen aus den Interessen der Mädchen selbst – so etwa Workshops oder auch eine gewachsene Skategruppe. Gerade in Bereichen, die sonst oft männlich dominiert sind, erleben Mädchen hier Ermutigung, Selbstwirksamkeit und Gemeinschaft.
"Ich komme gerne zum Mädchentag, weil keine Jungs da sind", sagt Celina (Name geändert) (12 Jahre) und ihre Freundin meint: "Mir gefällt am Mädchentag, dass es immer verschiedene Angebote gibt, die man machen kann. Und auf einem Tisch gibt es auch immer Essen, das man sich einfach nehmen kann. Und es sind an dem Tag nicht so viele Räume besetzt und es ist auch einfach leiser."
Neben den Angeboten bleibt immer auch Raum für das, was junge Menschen besonders brauchen: Gespräche über Freundschaften, Schule, Familie, Zukunftsfragen oder persönliche Unsicherheiten. Es gibt Rückzugsmöglichkeiten für vertrauliche Gespräche ebenso wie Raum für Gemeinschaft, Lachen und einfach "Sein dürfen".
Und was brauchen die Pädagog*innen, um verlässlich handeln zu können? Sie brauchen vor allem Zeit, Kontinuität und stabile Beziehungen. Vertrauen entsteht nicht in Projekten mit kurzer Laufzeit, sondern wächst oft über viele Jahre hinweg. Wenn junge Menschen erleben, dass Ansprechpartner*innen bleiben, dass Absprachen gelten und ihre Themen ernstgenommen werden, entsteht echte Bindung. Damit das möglich ist, sind verlässliche Rahmenbedingungen, gesicherte Finanzierung und gesellschaftliche Rückendeckung für die Bedeutung offener Kinder- und Jugendarbeit unerlässlich.